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 Michael Stumm
 “Omnia ad maiorem Dei gloriam” - “Alles zur größeren Ehre Gottes”

 

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Texte:

Michael Stumm schreibt auch über bestimmte aktuelle Themen der Glaubenswelt. Lesen Sie seine Aufsätze, Leserbriefe etc.

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Die Desertifikation - Verwüstung der Seelen

Berichte der Vereinten Nationen schildern die immer zunehmendere globale Desertifikation – die Verwüstung der Erde. Die auf Grund des Klimawandels verursachte Ausbreitung der Wüste bedrohe den gesamten Globus. Unabsehbare Entwicklungen bedrohen unzählige Menschenleben....

Neben dieser einen schlimmen ökologischen Katastrophe, welche unser irdisches Leben bedroht, vollzieht sich eine wesentlich katastrophalere Verwüstung – die rasante Verwüstung unseres Glaubenslebens und unserer Seelen. Diese Verwüstung trocknet das Bewusstsein und den Glauben an eine unsterbliche Seele aus.  Sie dörrt das innere Seelenleben aus, bedeckt das Gewissen, verbrennt den Glauben an Gott und raubt uns schließlich auch den letzten Keim von Hoffnung – auf ein ewiges Leben im Himmel.     

Diese Verwüstung, die augenscheinlich wohl nur ein theologisches Phänomen oder Problem darstellt, drängt aber auch immer massiver in unser irdisches Leben, in unsere Gesellschaft ein. Die Folge ist eine gottlose Gesellschaft, die sich scheinbar vor keinem Schöpfer und personellen Gott verantworten muss. Das Vertrocknen der Seele führt so beispielweise zur Tötung ungeborenen Lebens oder zur Zerstörung der Familie in der Manifestation verschiedener antichristlicher bzw. sündhafter Lebens- und Gesellschaftsformen.

Als Richtschnur dienen schon lange nicht mehr christliche bzw. kirchliche Gebote und das Gewissen. Alles scheint möglich und machbar, solange es zum eigenen Vorteil verhilft und dem Genuss dient. Weltliche Gesetze scheinen Ersatz christlicher Gebote und des Gewissens geworden zu sein.  Zeitgenössisch wandelbare, sogenannte ethische Grundsätze ersetzen Moral, Sündenverständnis und Gebote. Menschenhand ersetzt Gott.

Man könnte die Feststellung wagen, der deutschsprachige Raum sei mittlerweile zu einem potentiellen Missionsland mutiert. In den kultivierten, saftigen Weiden des Wohlstandes und physischen Unbeschwertheit klaffen gottlose Einöden.

Was in vergangenen Tagen Missionare in Steppen fremder Länder leisteten, müssten Missionare mittlerweile in der geistigen Wüste unserer Städte tun.

 Die Desertifikation unserer Seelen scheint sich für viele Menschen entweder noch  nicht erkennbar, in weiter Ferne abzuspielen oder eine Sache zu sein, die nur den Anderen betrifft. Das Glaubensleben ist aber keineswegs eine intime Angelegenheit oder ein Vier-Wände-Phänomen, das hinter verschlossenen Türen gelebt werden soll. Es betrifft jeden einzelnen selbst, seine Eltern, Kinder oder Enkel.

Als Christen haben wir die Verpflichtung, als „Salz der Erde“ zunächst auf unser Seelenheil selbst zu achten. Wir sind aber auch für die uns anvertrauten Menschen verantwortlich und sollen als Christen standhaft, im Glauben ein gutes Vorbild, sein.

Lauheit und ein nicht entschiedenes Eintreten für den Glauben schaden zunächst nicht nur uns selbst, sondern auch unseren Mitmenschen, ja sogar der Gemeinschaft der Kirche. Als Glieder des mystischen Leibes Christi sind die Gläubigen eine Einheit in Christus. In dieser Einheit sind sie verbunden mit den Gnadenströmen Christi, die uns direkt durch die heiligen Sakramente der katholischen Kirche zufließen. Die Gläubigen sind aber auch eine Einheit untereinander – als Brüder und Schwestern im Glauben. Die Gläubigen stehen in Verbindung mit der triumphierenden Kirche – der Gemeinschaft im Himmel, mit der leidenden Kirche – den Verstorbenen im Fegefeuer – und der streitenden Kirche auf Erden. Durch Gebet, Opfer und Taten beeinflussen die Menschen das Geschehen dieser Gemeinschaft mit.

Während schlechte Taten, Probleme und Leid verursachen, tragen Gebet, Opfer und gute Werke ihre Früchte.

So trage einer des anderen Last. Jeder Gläubige hat entsprechend seinen persönlichen Möglichkeiten die Chance aber auch Pflicht, der Verwüstung der Seelen zu begegnen.

Im Gebet schöpfen wir Kraft. In der Zuwendung zu Gott hin und mit der Fürsprache der Gottesmutter können wir Gnaden für uns und Andere erbitten. In dem geduldigen Ertragen von Krankheiten, Schmerzen, Sorgen und sonstiger persönlicher Belastungen können wir in der Gesinnung, dies als Opfer vor Gott zu bringen, den großen Heiligen gleich werden.

In dem unbeirrbaren standhaften Festhalten und Verteidigen der ungekürzten und reinen offiziellen kirchlichen Lehre, können wir den großen Bekennern nachfolgen.

Es ist an der Zeit die eigenen Dünkel abzulegen und wieder so zu werden wie die Kinder. In kindlichem Vertrauen auf Gott ihm nachzufolgen und auf seine Kirche zu hören. Es ist an der Zeit die Rufe „Ich will nicht dienen“ aufzugeben oder zu überhören. Es ist an der Zeit, wieder die Nächstenliebe zu entdecken. Die Sorge um die Seelen –die Seelsorge – zu leben und zu pflegen. Die Beziehung zu Gott in Gebet und religiöser Bildung zu vertiefen. Die Bequemlichkeit und Trägheit abzulegen. Die Menschenfurcht zu vergessen.

So kann die immer schnellere Verwüstung der Seelen gewendet werden. Schaffen wir ein Klima, welches fruchtbaren Boden für die Weitergabe des Glaubens ist. Entdecken wir die Möglichkeiten und Nöte in unseren Familien und beginnen dort. Bei den Eltern, Kindern, Enkeln und Geschwistern usw.. Handeln wir, denn es gibt viel zu tun bei den Menschen, die uns am Herzen liegen.

Ohne die Gnade zur Erkenntnis und Kraft bzw. Ausdauer zum Handeln erreichen wir dies nicht. Beten wir zu Gott, dass er uns und unseren Nächsten die Gnade, die Erkenntnis und Kraft gibt.

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